Dienstag

Alle Ereignisse im Leben haben auch etwas Positives

Beim Verfolgen unserer Ziele stossen wir häufig auf Hindernisse und Schwierigkeiten die uns an den Rand der Verzweiflung bringen. Manchmal sogar scheint es so, als gäbe es eine unsichtbare Macht die genau dies möchte: unser Scheitern. Auch wenn es manchmal schwer fällt daran zu glauben, dient aber das jeweilige negative Ereigniss unserem Zweck bzw. Willen - es ist nur nicht sofort erkennbar. Zumindest wollen wir es nicht erkennen. Der Mensch ist daran gewöhnt erst einmal das Schlechte wahrzunehmen. Negatives prägt sich zudem viel leichter ein und bleibt auch viel länger im Gedächtnis als etwas Schönes oder Positives. Der Schmerz und/oder die verletzten Gefühle haften sehr stark an unserer Seele. An wieviele schöne Ereignisse und Glücksmomente in der Kindheit kann sich ein Erwachsener erinnern? Und an wieviele leidvolle Erfahrungen? Bei den meisten hat sich das unangenehme viel deutlicher eingeprägt, was aber nicht unbedingt bedeutet dass derjenige zwangsläufig auch mehr Leid erfahren musste.
Es gibt Menschen die sagen: Das ist Schicksal, Leid ist sinnlos und muss ertragen werden. Ich jedoch sage, das Schicksal meint es generell gut mit uns. Das Schicksal ist dazu da, uns unseren Zielen und Wünschen näher zu bringen - auch wenn es uns Schmerzen und Leid zufügt. Manchmal erkennen wir es sofort, manchmal erst Jahre später und manchmal niemals. Aber die negativen Ereignisse begleiten uns und bringen uns unseren Zielen näher. Es ist wie eine unsichbare Strasse des Lebens auf der wir fahren. Es geht nicht immer geradeaus aber wir sehen die Kurven nicht. Manches mal lenken wir intuitiv in die richtige Richtung, manchmal schrammen wir der Leitplanke entlang und manchmal krachen wir gegen einen Felsen der uns unsanft und schmerzvoll wieder auf die Strasse zurückschleudert. Aber die Richtung ist immer die gleiche - zu unserem Ziel.
Ich möchte meine Überzeugung durch ein persönliches Erlebnis verdeutlichen: Mit 18 Jahren war ich unerfahren und wurde stark durch meinen dominanten Vater beeinflusst. Eine weiterführende Schule durfte ich nicht besuchen zudem wurde ich gezwungen den Beruf des Sägewerkers zu erlernen. Ein sehr harter Job mit körperlicher Arbeit im Freien bei Wind und Wetter - Sommer wie Winter. Ich ging mit absolutem Widerwillen zur Arbeit. Die 3 jährige Ausbildung war für mich die Hölle auf Erden. Nun schlug das Schicksal zu. Durch einen Mopedunfall wurde meine Milz so stark verletzt, dass sie entfernt werden musste. Fast hätte ich mein Leben verloren, da ich innerlich bereits über 3 Liter Blut verloren hatte. Durch die Operation konnte ich monatelang nichts Schweres heben. Ich war körperlich stark eingeschränkt und habe seitdem eine fette Narbe auf dem Bauch. Damals empfand ich es als unfair. Ausgerechnet ich musste in so jungen Jahren mit dieser Entstellung leben. Es war ein drastischer Einschnitt in mein Leben und ich empfand das Ganze als absolut negativ.
Aber heute, mit Abstand, kann ich eigentlich nur noch das Gegenteil behaupten. Nur durch diesen Unfall konnte ich mein Leben anders gestalten. Ich musste keinen Wehr- oder Ersatzdienst leisten und konnte direkt mit der Umschulung zum Industriekaufmann beginnen. Mein Vater musste es akzeptieren, da die Ärzte auf meiner Seite waren. Heute bin ich fest davon überzeugt, dass das Schicksal mir helfen wollte - auch wenn es schmerzhaft für mich war.
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